Newsroom

CISUTAC schließt vierjährige Mission zur Förderung der Kreislaufwirtschaft im europäischen Textilsektor ab

Nach vierjähriger Arbeit entlang der gesamten europäischen Textilwertschöpfungskette hat das Projekt CISUTAC seine Endergebnisse veröffentlicht, die am 22. und 23. September auf der ECOSYSTEX-Konferenz in Antwerpen vorgestellt wurden. Dazu gehören erprobte Technologien, offene Daten, Verbraucherstudien und politische Handlungsempfehlungen, die den Textil- und Bekleidungssektor dabei unterstützen sollen, den Übergang von einem linearen, abfallintensiven Modell zu einer echten Kreislaufwirtschaft zu vollziehen.

Im Verlauf des Projekts war CISUTAC an drei Fronten gleichzeitig tätig:

  • Im Bereich Innovation erprobte und testete CISUTAC neue Technologien für Reparatur, Demontage und Recycling unter realen Betriebsbedingungen. So wurde etwa die Zeit für die Reparatur eines kompletten Reißverschlusses drastisch verkürzt, die Demontage schwer recycelbarer Schutzausrüstung automatisiert und der Nachweis erbracht, dass recycelte Fasern zu Garnen gesponnen werden können, die stabil genug für neue Kleidungsstücke sind. Ergänzend wurden frei zugängliche Werkzeuge und Datensätze entwickelt, die eine schnellere und einheitlichere Sortierung von Textilien ermöglichen.
  • Auf Verbraucherebene wurden umfangreiche Studien mit nationalen Sensibilisierungskampagnen und lokalen Leitlinien kombiniert, um zu verstehen – und erste Veränderungen anzustoßen –, was Menschen tatsächlich dazu bewegt, Kleidung zu reparieren, zu spenden oder gebraucht zu kaufen. Anstatt auf ein einheitliches Schema zu setzen, entwickelte jeder an der Verbreitung beteiligte Partner (Oxfam Irland, Oxfam Belgien und Decathlon Italien) eine Strategie, die auf den jeweiligen nationalen Kontext und die Zielgruppe zugeschnitten war. Gemeinsam übertrafen diese Kampagnen die Sichtbarkeitsziele des Projekts und erzielten über zwanzig Millionen Impressionen über digitale Kanäle, Rundfunk und persönliche Veranstaltungen hinweg. Der Einsatz von digitalen Influencern und Markenbotschaftern zur Vermittlung von Glaubwürdigkeit und Nahbarkeit, Partnerschaften mit Akteuren der Wertschöpfungskette, Storytelling sowie Multi-Channel-Kommunikation erwiesen sich als äußerst wirksam, um ein breiteres Publikum zu erreichen und die Verbreitung zu verstärken – anstatt nur „bereits Überzeugte anzusprechen“.
  • Und auf politischer Ebene mündete die Analyse möglicher Zukunftsszenarien für den Sektor in eine Reihe politischer Handlungsempfehlungen. Diese decken Themenbereiche von Abfallmanagement und öffentlicher Beschaffung bis hin zu Ökodesign, Normung und erweiterter Herstellerverantwortung ab und liefern politischen Entscheidungsträgern sowie der Industrie eine fundierte Datengrundlage für die Planung des kommenden Jahrzehnts in diesem Sektor.

Die Pilotprojekte von CISUTAC wurden im realen Betrieb der Konsortiumspartner durchgeführt. Dabei wurden neue Technologien und Kampagnen direkt bei Sortierkräften, Verkaufspersonal und Verbrauchern erprobt, anstatt sie lediglich als theoretische Übungen zu behandeln.

„CISUTAC hat gezeigt, dass Kreislaufwirtschaft im Textilbereich möglich ist, wenn Innovation, Zusammenarbeit und praktische Umsetzung zusammenkommen. Wir hoffen, dass das Projekt nicht nur Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette inspiriert, sondern ihnen auch das Wissen, die Werkzeuge und die Erkenntnisse an die Hand gegeben hat, die für weitere Schritte hin zu einer stärkeren Kreislaufführung von Textilien erforderlich sind.“ – Lien Van der Schueren und Guy Buyle, Koordinatoren von CISUTAC, Centexbel

CISUTAC blickte zudem über das eigene Konsortium hinaus: Das Projekt trug zur Gründung von ECOSYSTEX bei – einer umfassenderen Praxisgemeinschaft, die mittlerweile über 100 EU-geförderte Projekte zur Kreislaufwirtschaft im Textilsektor vereint. So wird sichergestellt, dass die gewonnenen Erkenntnisse den Sektor auch nach Abschluss von CISUTAC weiterhin prägen.

Als Teil des CISUTAC-Konsortiums leitete TEXAID das Pilotprojekt zur Sortierung. Dabei demonstrierten wir einen optimierten Ansatz für die Textilsortierung im Hinblick auf Wiederverwendung, Reparatur und Recycling, indem wir manuelle Sortierkompetenz mit fortschrittlichen Hilfsmitteln (RFID-gestützte digitale Produktpässe/DPP, NIR-Scanner und KI) kombinierten. Ziel war es zu untersuchen, wie eine teilautomatisierte Sortierung die Sortierkapazität erhöhen und den Werterhalt sichern kann. Das Pilotprojekt baute auf früheren CISUTAC-Entwicklungen auf, darunter ein KI-Modell, die Identifizierung relevanter Sortierdatenpunkte und ein Entscheidungsunterstützungstool.

Weitere Informationen zu den CISUTAC finden Sie auf der Website: (nur in englischer Sprache)
Pressemitteilung CISUTAC 
Informationen zu den Ergebnissen von CISUTAC

Zurück