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TEXAID-Newsletter 02/2026: Nachhaltigkeitsbericht 2025 und Update zu den Revisionen

NACHHALTIGKEITSBERICHT 2025

Beim vorliegenden Nachhaltigkeitsbericht haben wir uns wieder auf die Schweizer Tätigkeiten fokussiert. Zusätzlich stellen wir unsere 4 eigenen Sortierwerke in Europa vor und zeigen die Materialflüsse und Verwertungswege auf.

Der Bericht kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: Nachhaltigkeitsbericht - TEXAID

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre.

 

MOTION SAUTER

Die laufende Revision des Umweltschutzgesetzes (USG) sowie der Verordnung über die Vermeidung und Entsorgung von Abfällen (VVEA) wird die Rahmenbedingungen der Textilsammlung und -verwertung in der Schweiz grundlegend weiterentwickeln. Mit der Einführung der erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) schafft der Gesetzgeber bereits heute die notwendigen Grundlagen, um Hersteller, Importeure, Händler sowie ausländische Versandhandelsunternehmen stärker in die Verantwortung für Sammlung, Sortierung und Verwertung von Textilien einzubeziehen.

TEXAID unterstützt diese Zielsetzungen ausdrücklich. Die Förderung der Kreislaufwirtschaft, die Verbesserung der stofflichen Verwertung, die Vermeidung von Trittbrettfahrereffekten sowie transparente Stoff- und Finanzflüsse sind wichtige Anliegen, welche wir aktiv unterstützen.

Die Motion 26.3297 «Wirksames Recycling von Textilien» greift zentrale Anliegen der erweiterten Herstellerverantwortung auf und unterstreicht den politischen Handlungsbedarf im Textilbereich. Insbesondere die Einbindung sämtlicher Inverkehrbringer, einschliesslich ausländischer Versandhändler und Onlineplattformen, ist für eine wirksame Umsetzung von grosser Bedeutung. Aus Sicht von TEXAID stellt sich deshalb nicht die Frage, ob eine erweiterte Herstellerverantwortung eingeführt werden soll, sondern wie diese ausgestaltet wird. Dabei müssen Wettbewerb, Wahlfreiheit und Innovation erhalten bleiben. Speziell die Inverkehrbringer müssen die unternehmerische Freiheit beibehalten, um aus verschiedenen Dienstleistungsangeboten auszuwählen, um die Pflicht der erweiterten Herstellerverantwortung erfüllen zu können. Nur durch einen funktionierenden Wettbewerb werden die Kosten tief gehalten und die Konsumentinnen und Konsumenten von überrissenen Gebühren geschützt. Es darf nicht zu einer weiteren Schwächung der Kaufkraft kommen.

Das bestehende System funktioniert

Die Schweiz verfügt bereits heute über ein leistungsfähiges und flächendeckendes Sammel- und Verwertungssystem für Alttextilien. Jährlich werden rund 62'000 Tonnen Textilien separat gesammelt. Das zusätzlich erschliessbare Potenzial beträgt rund 9'000 Tonnen pro Jahr. Die heutige Erfassungsquote liegt damit bereits bei über 85 Prozent. TEXAID allein sammelt rund 33'000 Tonnen Alttextilien pro Jahr.

(Quelle: https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/85964.pdf )

TEXAID erreicht zudem in den eigenen Sortierwerken eine stoffliche Verwertungsquote von rund 90 Prozent und investiert seit vielen Jahren in die Weiterentwicklung von Recycling- und Fiber-to-Fiber-Lösungen. Die notwendige Sammel-, Sortier- und Verwertungsinfrastruktur existiert somit bereits heute.

Kritisch ist die Ausrichtung auf eine verbindliche Branchenorganisation

Bestrebungen, die zukünftige Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung faktisch auf eine einzige verbindliche Branchenorganisation auszurichten, überzeugen aus Sicht von TEXAID nicht. Die Schweiz verfügt bereits heute über funktionierende Sammel-, Sortier- und Verwertungsstrukturen. Die Herausforderung besteht nicht im Aufbau einer neuen Infrastruktur, sondern in der Einbindung bestehender Systeme in den neuen regulatorischen Rahmen. Der Aufbau zusätzlicher Organisations- und Verwaltungsstrukturen würde Kosten verursachen, ohne dass ein entsprechender ökologischer Mehrwert ersichtlich ist.

Die Schutzmechanismen von Art. 32a ter USG dürfen nicht aufgeweicht werden

Besonders kritisch beurteilt TEXAID Bestrebungen, im Zusammenhang mit der Motion 26.3297 oder der weiteren Gesetzgebung die Voraussetzungen für die Anerkennung einer verbindlichen Branchenorganisation abzusenken oder zu relativieren. Die im revidierten Umweltschutzgesetz vorgesehenen Anforderungen wurden vom Gesetzgeber bewusst hoch angesetzt und dienen dem Schutz eines funktionierenden Wettbewerbs.

Art. 32a ter USG sieht vor, dass eine Branchenvereinbarung mindestens 70 Prozent des relevanten Marktes sowie mindestens 50 Prozent der relevanten Marktteilnehmer abdecken muss. Diese Voraussetzungen stellen sicher, dass eine verbindliche Branchenlösung nur dann zustande kommt, wenn sie auf einer breiten Abstützung innerhalb der Branche beruht und nicht von einzelnen Marktakteuren dominiert wird.

TEXAID lehnt deshalb jede Aufweichung dieser gesetzlichen Anforderungen ausdrücklich ab. Die bestehenden Schwellenwerte bilden einen wichtigen ordnungspolitischen Schutzmechanismus gegen Marktverzerrungen und gegen die Entstehung monopolähnlicher Strukturen.

Das PET-Modell ist nur bedingt vergleichbar

Im Zusammenhang mit der Motion wird auf das PET-Recycling als Vorbild verwiesen. Im PET-Bereich mussten Sammel- und Sortierkapazitäten zunächst mit hohen Initialaufwand aufgebaut und die Bevölkerung sensibilisiert werden. Im Textilbereich existieren durch die Konsumenten breit akzeptierte und flächendeckende Sammel-, Sortier- und Verwertungsstrukturen hingegen bereits seit Jahrzehnten.

PET Recycling Schweiz ist auch heute eine freiwillige Branchenlösung und als Verein organisiert. Werden die Ziele und Vorgaben des Bundes aus der Verordnung über Getränkeverpackungen (VGV) nicht erreicht, droht dem Handel eine Pfandlösung, welche in der Abwicklung einiges aufwendiger ist als eine vorgezogene Gebühr.

Händler, Hersteller und Importeure, die Getränke in Einwegverpackungen aus PET abgeben, müssen solche Einwegverpackungen in allen Verkaufsstellen zurücknehmen. Die Verwertungsquote soll dabei mindestens 75 Prozent betragen. Wird diese nicht erreicht, kann das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) ein Pfand auf PET-Getränkeverpackungen einführen.

(Quelle: https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2000/299/de  Art. 8 Massnahmen bei ungenügender Verwertungsquote)

Schlussfolgerung

TEXAID unterstützt die Ziele der Kreislaufwirtschaft und einer erweiterten Herstellerverantwortung ausdrücklich. Auch die Motion 26.3297 greift wichtige Anliegen auf und trägt dazu bei, die Verantwortung aller Inverkehrbringer stärker in den Fokus zu rücken. Entscheidend ist nun, dass die Umsetzung im Rahmen der laufenden Revision von USG und VVEA wettbewerbsneutral erfolgt und bestehende Sammel-, Sortier- und Verwertungssysteme gleichberechtigt berücksichtigt werden.

Von zentraler Bedeutung ist zudem, dass die vom Parlament beschlossenen Schutzmechanismen unangetastet bleiben. Die in Art. 32a ter USG verankerten Voraussetzungen für verbindliche Branchenvereinbarungen gewährleisten eine breite Marktabstützung und schützen vor marktbeherrschenden Strukturen. TEXAID lehnt deshalb jede Aufweichung oder Umgehung dieser Bestimmungen ausdrücklich ab.

Die Ziele der Motion dürfen nicht als Begründung dienen, die wettbewerblichen Leitplanken des revidierten USG abzuschwächen oder die Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung auf eine einzige Organisationsform zu verengen. Entscheidend ist nicht die Organisationsform, sondern die ökologische Wirkung.

 

UPDATES ZUR REVISION

Die Revision des Umweltschutzgesetzes (USG) und der Verordnung über die Vermeidung und Entsorgung von Abfällen (VVEA) wird die Rahmenbedingungen der Textilsammlung in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Im Zentrum der politischen Diskussion steht die Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR). Künftig sollen Hersteller, Importeure und Händler Verantwortung für die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Textilien übernehmen.

In diesem Zusammenhang werden verschiedene Modelle diskutiert. Dabei reichen die Vorschläge von freiwilligen Lösungen bis hin zu dem Aufbau einer verbindlichen Branchenorganisation mit weitreichenden Steuerungs- und Finanzierungskompetenzen. Insbesondere letzteren Ansatz beurteilen wir kritisch, die zukünftige Ausgestaltung sollte auf bewährten Strukturen aufbauen und genügend Raum für unterschiedliche Lösungsansätze lassen.

Das bestehende System funktioniert

Die Schweiz verfügt bereits heute über ein leistungsfähiges und flächendeckendes Sammel- und Verwertungssystem für Alttextilien, welches darüber hinaus komplett eigenfinanziert ist. Jährlich werden rund 62'000 Tonnen Textilien separat gesammelt. Das zusätzliche erschliessbare Potenzial beträgt gemäss den verfügbaren BAFU-Daten rund 9'000 Tonnen pro Jahr. Die heutige Erfassungsquote liegt damit bereits bei über 85 Prozent. TEXAID allein sammelt rund 33'000 Tonnen Alttextilien pro Jahr.

(Quelle: https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/85964.pdf)

Aus unserer Sicht liegt daher kein Marktversagen vor, das den Aufbau einer monopolähnlichen Branchenorganisation rechtfertigen würde. Die bestehende Infrastruktur funktioniert seit Jahrzehnten und erfüllt bereits heute wesentliche Ziele der Kreislaufwirtschaft.

Mehr Schweiz bedeutet nicht automatisch mehr Umwelt

In der öffentlichen Diskussion wird vereinzelt die Forderung nach einer möglichst umfassenden Sortierung und Verwertung innerhalb der Schweiz erhoben. Diese Forderung klingt nur auf den ersten Blick plausibel, sie führt nicht automatisch zu einer besseren Umweltbilanz - und kann zu ökologisch und ökonomisch unvorteilhaften Lösungen führen.

Die heutige Textilverwertung basiert auf spezialisierten europäischen Wertschöpfungsketten mit etablierten Sortier-, Wiederverwendungs- und Recyclingkapazitäten. Diese internationale Arbeitsteilung ermöglicht hohe Verwertungsleistungen, Skaleneffekte und wirtschaftlich tragfähige Prozesse.

Hinzu kommt, dass die in der Schweiz anfallenden Mengen in verschiedenen Textilfraktionen für einzelne industrielle Recyclingprozesse zu gering sind, um die dafür erforderlichen Anlagen wirtschaftlich auszulasten. Viele Recyclinglösungen sind deshalb auf grössere internationale Stoffströme angewiesen.

Eine verpflichtende Verlagerung der Sortierung und der Verwertung in die Schweiz würde erhebliche Mehrkosten verursachen, ohne nachweislich einen entsprechenden ökologischen Mehrwert zu schaffen. Entscheidend sind nicht nationale Grenzen, sondern die tatsächlich erzielten Wiederverwendungs-, Recycling- und Umweltleistungen.

Auswirkungen auf Städte und Gemeinden

Die konkreten Auswirkungen der erweiterten Herstellerverantwortung auf Städte und Gemeinden werden erst mit den definitiven Regelungen des Bundes feststehen. TEXAID setzt sich dafür ein, dass die zukünftigen Rahmenbedingungen auf den bestehenden Sammelstrukturen aufbauen und die praktischen Bedürfnisse der Gemeinden angemessen berücksichtigen, ohne zusätzlichen administrativen Aufwand und ungerechtfertigte Kosten zu verursachen. Dabei sollte genügend Spielraum bestehen, bewährte Partnerschaften und funktionierende lokale Lösungen auch künftig weiterzuführen.

Wettbewerb statt Monopolstrukturen

TEXAID unterstützt die Ziele der Kreislaufwirtschaft und einer erweiterten Herstellerverantwortung ausdrücklich. Die Schweiz verfügt bereits heute über funktionierende Sammel-, Sortier- und Verwertungsstrukturen. Es besteht daher kein Bedarf, bestehende Systeme durch eine einzige verbindliche Branchenorganisation zu ersetzen. Vielmehr sollten unterschiedliche Lösungsansätze zugelassen werden, sofern sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.

Wettbewerb schafft Anreize für Innovation, Effizienz und Kostendisziplin. Monopolartige Strukturen bergen dagegen das Risiko zusätzlicher Verwaltungsaufwände, geringerer Innovationskraft und höherer Systemkosten. Ein funktionierender Markt mit mehreren Anbietern bietet Städten und Gemeinden langfristig mehr Sicherheit und Flexibilität als eine einzige zentral gesteuerte Lösung.

TEXAID setzt sich deshalb für Rahmenbedingungen ein, welche bestehende Infrastrukturen nutzen, unterschiedliche Modelle zulassen und die Wahlfreiheit von Gemeinden, Inverkehrbringern und weiteren Marktakteuren erhalten. Die Erreichung der ökologischen Ziele sollte ausschlaggebend sein – nicht die Bevorzugung einer bestimmten Organisationsform.

TEXAID wird Verantwortung übernehmen

TEXAID beabsichtigt, sich aktiv an der zukünftigen Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung zu beteiligen und eine tragende Rolle im künftigen EPR-System zu übernehmen.

Dazu wird TEXAID die Anerkennung als Produzentenverantwortungsorganisation (PRO) beziehungsweise als gleichwertiger Anbieter im Rahmen der zukünftigen gesetzlichen Möglichkeiten anstreben. Ziel ist es, die bestehende schweizweite Sammel-, Sortier- und Verwertungsinfrastruktur in das künftige System einzubringen und sowohl den Gemeinden als auch den Inverkehrbringern unter den neuen Rahmenbedingungen einen verlässlichen Ansprechpartner zu bieten.

Für Städte und Gemeinden bedeutet dies, dass etablierte Sammellösungen, bestehende Kontakte und erprobte Abläufe auch künftig genutzt und weiterentwickelt werden können.

TEXAID wird sich sowohl gegenüber dem Bund als auch gegenüber den relevanten Marktakteuren dafür einsetzen, dass zukünftige EPR-Lösungen wettbewerblich ausgestaltet werden und bewährte Systeme gleichberechtigt am Markt teilnehmen können.

 

CLEAN UP DAY BEI TEXAID

Der diesjährige Clean-Up Day fand am 18. – 19. September statt und wurde von der IGSU (Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt) organisiert. Schweizweit haben knapp 700 Gruppen Ihren Beitrag geleistet.

Auch Texaid hat fleissig Abfall gesammelt. An unserem Standort in Schattdorf kamen 7kg zusammen.

Wir freuen uns auch nächstes Jahr wieder teilzunehmen und hoffen noch mehr Mitarbeiter dafür begeistern zu können.

MADE IN URI

Jeden Herbst findet das Magazin seinen Weg in alle Urner Haushalte und bietet spannende Einblicke in die Geschichten von Unternehmerinnen und Unternehmern aus dem Kanton Uri sowie exklusive redaktionelle Beiträge.

Den Beitrag von TEXAID finden Sie bei dieser Ausgabe ab Seite 22. Wir berichten über die aktuellen Zeiten im Alttextilienmarkt, wie wir mit diesen Herausforderungen umgehen und welchen Umgang mit Kleidern wir den Konsumenten empfehlen.

Mehr zum Thema erfahren Sie unter folgendem Link: Made in Uri – TEXAID

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre.

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